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Liebst du Mate? Lass uns zum Ursprung seines symbolträchtigsten Gefäßes zurückkehren: der Kalebasse (oder Porongo im Spanischen). Hier ist ihre Reise – vom Samen auf dem Feld, über die Trocknung in der Werkstatt, bis sie zu deinem täglichen Begleiter wird.
Für die Seele des Rituals und die Reise des Yerba Mate selbst, lies auch: Die Mate-Route — von Misiones bis zu deiner französischen Kalebasse.
Was ist die Kalebasse (Porongo)?
Es ist die getrocknete Frucht des Flaschenkürbisses (Lagenaria siceraria), einer Kletterpflanze, die seit Jahrtausenden in Südamerika kultiviert wird. Einmal getrocknet, wird ihre Schale leicht und robust – das perfekte Material, um Yerba Mate und heißes Wasser zu enthalten, ohne den Geschmack zu beeinträchtigen.
Es ist auch ein lebendiges und poröses Material: Im Laufe der Nutzung dringen die Tannine der Yerba in die Wände ein und erzeugen eine einzigartige Patina. Jede Kalebasse entwickelt mit der Zeit ihre eigene geschmackliche „Persönlichkeit“.
Wo wächst sie und wann wird sie angebaut?
Hauptregionen: Argentinien (Córdoba, Entre Ríos, Santa Fe), Paraguay, Uruguay und der Süden Brasiliens. Die Pflanze benötigt ein warmes und sonniges Klima mit gut durchlässigen Böden.
Anbaukalender (Südhalbkugel)
- September–November — Aussaat, wenn die Fröste vorbei sind
- November–Januar — Blütezeit (weiße Blüten, die nachts aufgehen)
- Dezember–März — Fruchtbildung und Fruchtwachstum
- Februar–Mai — Ernte, wenn die Schale hart wird und der Stiel trocknet
- 1 bis 4 Monate später — Trocknung im Schatten und Wind, bis die Schale hart und leicht ist
Vom Feld zur Werkstatt: Trocknung und Sortierung
Nach der Ernte trocknen die Kalebassen im Schatten vor direkter Sonneneinstrahlung – aufgehängt oder auf belüfteten Regalen – für 1 bis 4 Monate, je nach Größe und Klima. Die Trocknung ist abgeschlossen, wenn die Schale hart, leicht ist und beim Antippen resoniert.
Danach folgt die Sortierung: Jede Kalebasse wird inspiziert, nach Größe und Form klassifiziert, und rissige oder deformierte Stücke werden aussortiert. Nur die besten gelangen in die Werkstatt.
In der Werkstatt: Wie der Handwerker deinen Mate herstellt
1) Vorbereitung des Kürbisses
Der Handwerker öffnet die Kalebasse, entfernt das innere Fruchtfleisch (Hollejo) und schleift das Innere, um eine glatte und saubere Oberfläche zu erhalten. Dieser Schritt bestimmt die Qualität des zukünftigen Curado.
2) Lederbezug
Der Handwerker trägt den Kleber mit einem Pinsel auf die Schale auf und legt dann das Leder – oft gegerbtes Kuhleder – auf, indem er es spannt und um den Kürbis modelliert. Die Basis wird in „vier Füßen“ (vier Lederfalten, die einen stabilen Sockel bilden) geformt, dann wird alles festgezogen und zum Trocknen gelegt.
3) Anzeichnen, Lochen, Nähen
Das Leder wird mit einem Zirkel markiert, um die Löcher auszurichten, einzeln mit einer Ahle durchstochen und dann von Hand mit Ziegenlederfaden genäht. Diese Handnaht garantiert eine weit überlegene Langlebigkeit gegenüber jeder mechanischen Naht.
4) Ring und Veredelung
Letzter Schritt: Das Anbringen des Rings (Virola) aus Alpaka (Legierung aus Nickel, Kupfer und Zink) um die Öffnung. Der Handwerker ziseliert ihn manchmal mit traditionellen Mustern. Das Leder erhält eine abschließende Politur und Pflege.
Das Curado: Zu Hause selbst machen
Das Curado wird nicht vom Handwerker durchgeführt – du bereitest deine neue Kalebasse vor der ersten Benutzung selbst vor. Dieser Imprägnierungsprozess mit Yerba Mate dauert etwa 10 Tage täglicher Nutzung.
Folge unserem detaillierten Curado-Leitfaden Schritt für Schritt und vermeide die klassischen Fallstricke mit unserem Artikel über die 8 Curado-Fehler.
Pflege (für jahrelangen Mate-Genuss)
- Wassertemperatur — maximal 70 bis 80 °C, niemals kochend (Rissgefahr)
- Nach jeder Sitzung — Yerba entleeren, mit lauwarmem Wasser abspülen (ohne Seife), vollständig an der Luft trocknen lassen
- Gaucho-Tipp — zwei Kalebassen abwechseln, damit jede zwischen den Sitzungen „atmen“ kann
- Bei Schimmel — keine Panik, konsultiere unseren Leitfaden Pilze in der Kalebasse
Die Formen der Kalebasse (Porongo)
Jede Form hat ihren Gebrauch und ihren Stil. Die Namen stammen aus der argentinischen Tradition:
- Torpedo — rund und niedrig, mittlere Öffnung. Die traditionellste und weitverbreitetste Form.
- Camionero — höher, große Öffnung. Ideal, um einen schönen Montañita Yerba aufzubauen. Der Favorit der argentinischen Fernfahrer (daher der Name).
- Galleta — abgeflachtes Profil, sehr stabiler Boden. Praktisch im Büro oder auf einem Tisch.
- Copita — ähnlich dem Camionero, aber mit breiter und flacher Basis, ohne die vier Lederfüße.
- Imperial — große Öffnung, Premium-Leder und ziselierter Alpaka-Ring. Die edelste Ausführung.
- Criollo — kleiner Torpedo mit kleiner Öffnung. Für Materos, die einen konzentrierten und intensiven Mate mögen.
Nicht sicher, welche Form du wählen sollst? Unser Leitfaden Wie du deine erste Kalebasse wählst hilft dir bei der Entscheidung, je nach deinem Stil.
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→ Pilze in der Kalebasse: Vorbeugung und Lösungen
→ Wie du deine erste Kalebasse wählst
→ Die verschiedenen Bombillas — vollständiger Leitfaden
→ Alles über die Mate-Kalebasse
→ Die Mate-Route — von Misiones bis zu deiner Kalebasse
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